Hier hängen die Bilder nicht. Sie schweben.

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Bilder hängen an der Wand. In Museen, Galerien, privaten Sammlungen. So kennen wir das. Bis wir die Kunsthalle der Deutschen Bank in Berlin betreten haben. Ab dem Moment ist alles anders.

Die Zeichnungen, Drucke und Aquarelle, die hier ausgestellt sind, scheinen in der Luft zu schweben. Ausstellungsarchitektin Daniela Thomas hat einen spektakulären Raum geschaffen – ganz in Weiß. Die Bilder hängen an dünnen, kaum sichtbaren Nylonschnüren herab. Nicht einmal die Rückseiten der frei hängenden Bilder können den ätherischen Eindruck stören, denn sie sind auf passgenauen weißen Halterungen angebracht.

Es ist also wirklich nichts anderes zu sehen als die Vorderseite der ausgestellten Werke, die in verschiedener Höhe und in unterschiedlicher Dichte mitten im Raum hängen. Der Besucher muss einen gedachten geschlängelten Pfad entlang gehen, wenn er alle Exponate ansehen will. Der Ausstellungstitel: The Circle walked casually.

Nun aber zur Frage, was ausgestellt wird. Die Antwort ist einfach: alles. Kuratorin Victoria Noorthoorn wählte ohne Rücksicht auf Epoche, Region oder Künstlerbiographien 132 Werke aus der Sammlung der Deutschen Bank aus. Käthe Kollwitz hängt neben Rosemarie Trockel, Gerhard Richter neben Wassily Kandinsky und Jörg Immendorf neben Otto Dix. Das verstärkt, gemeinsam mit der Ausstellungsarchitektur, beim Besucher den Eindruck, in einen Bilderkosmos einzutauchen. Die einzige Gefahr für diejenigen, die sich (bis 2. März 2014) hier mal umgesehen haben. Andere Ausstellungen werden ihnen erst einmal langweilig vorkommen.