Die faszinierendsten Schwestern aller Zeiten: Anne, Emily und Charlotte Brontë

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 Sie mussten sich als Männer ausgeben, um überhaupt eine Chance zu haben. Und so schickten sie ihre Manuskripte unter den Namen Currer, Ellis und Acton Bell bei ihrem Verleger ein. Dabei hießen sie doch…

Anne, Emily und Charlotte Brontë und waren die Töchter eines englischen Landpfarrers. Ein Leben als Ehefrau, vielleicht auch noch als Haushälterin oder Gesellschafterin wären damals, Anfang des 19. Jahrhunderts, für sie erwünscht gewesen. Sie wollten aber Schriftstellinnen werden. Sie waren hartnäckig genug, das durchzusetzten. Sie verfassten erfolgreiche Romane wie Jane Eyre ( Charlotte Brontë) und Wuthering Heights (Emily Brontë) und Agnes Grey (Anne Brontë). Keine von ihnen wurde sehr viel älter als 30 Jahre. Jetzt, fast 200 Jahre nach ihrem Tod, haben sie ihr eigenes Musical erhalten. In Berlin. An der Neuköllner Oper.

Bronteschwestern

Peter Lund (Text) und Thomas Zaufke (Musik) haben sich eine Geschichte mit einer Parallelhandlung ausgedacht – einerseits das Leben der Schwestern Brontë, andererseits zwei junge Frauen, die heute aufwachsen. Die Schülerinnen Milly und Aydin stehen vor dem Abitur, besuchen gemeinsam einen Englisch-Leistungskurs. Trotz  aller emanzipatorischen Fortschritte kämpfen auch sie mit Problemen. Die eine soll das Gymnasium verlassen, weil sie ihre Eltern mit einem Cousin in der Türkei verheiraten wollen. Die andere sieht nicht ein, warum sie überhaupt lernen soll.

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Beide Geschichten spielen jeweils auf einer Hälfte der Bühne. Doch dann begegnen sich die Frauen auch über die Zeiten hinweg. Spannende Momente, wenn Charlotte Brontë plötzlich in die ferne Zukunft hinüberblickt.  Alles natürlich dargeboten in musicalgerechter Stimmlage. Das muss man mögen. Aber wer das nicht tut, der hat ja auch in einem Musical nichts verloren. Der besondere Reiz an dieser Inszenierung: Es handelt sich um eine Kooperation der Neuköllner mit der Universität der Künste, Studiengang Musical/Show. Das heißt, es sind junge Sängerinnen und Sänger, die hier auftreten. Sie stehen noch weitgehend am Beginn  ihrer Karriere. Erahnen kann man diese Karriere allerdings schon, wenn man manchen von ihnen zuhört.

Weitere Aufführungen am 12., 13., 18.,19. 20., 24. und 25. April.

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Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Tobias Bartholmeß, Regie: Peter Lund, Choreographie: Neva Howard, Bühnenbild: Ulrike Reinhard, Kostüme: Anna Hoster, Sängerinnen und Sänger: Katharina Abt, Denis Edelmann, Andres Esteban, Jaqueline Reinhold, Sabrina Reischl, Teresa Scherhag, Keren Trüger, Dalma Viczina, Rubini Zöllner