Berliner Kult(ur)kneipen (12): Café Bravo im KW Institute for Contemporary Art

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Deutsch ist hier, nun ja, nicht unbedingt die Regelsprache. In den Galerien von Berlin-Mitte und im KW Institute for Contemporary Art kommt der Besucher häufig mit Englisch sehr viel weiter. Berlin und erst recht die Gegenwartskunst sind eben international. Dafür lernt man hier aber auch überaus cooles Volk kennen.

Das Café Bravo – die Innenräume in zwei Glaskuben, der Gastgarten in einem großen Innenhof – ist einer der Treffpunkte der Kunstszene. Immer dann, wenn Kuratorinnen, Konzeptkünstlerinnen, Kritiker und Kunstpädagogen mal Bedarf nach etwas sehr Weltlichem haben (Espresso und Kuchen zum Beispiel),  dann treffen sie sich hier. Alleine schon das Studium ihrer Brillengestelle lohnt einen Besuch.

Die Kunst-Werke sind eine der ersten Adressen für Gegenwartskunst in der Stadt, vor allem während der Berlin-Biennale. Momentan laufen zwei Ausstellungen von Kate Cooper („Rigged“) und Ryan Trecartin („Site Visit“). Beide enden am 15. Januar 2015.

Selbst an der Hauswand findet sich in bzw. an den Kunst-Werken noch große Kunst – ganz konkret: eine Arbei des Amerikaners Joseph Kosuth. Er hat einige Sätze von Walter Benjamin im Großformat in deutscher und englischer Sprache auf das Gebäude übertragen lassen.

Man kann erklären: ein Werk, das die richtige Tendenz aufweist, braucht keine weitere Qualität aufzuweisen. Man kann auch dekretieren: ein Werk, das die richtige Tendenz aufweist, muss notwendig jede sonstige Qualität aufweisen. You can declare: a work that shows the correct political tendency need show no other quality. You can also declare: a work that exhibits the correct tendency must of necessity have every other quality.

Darüber nachzudenken, das kann dauern. Die Kellnerinnen und Kellner des Café Bravo liefern die Espressi. So lange, bis man es verstanden hat.

Adresse: Auguststraße 69, 10117 Berlin, Telefon 030 23457777