„Wer bis an das Ende beharrt“, der erlebt den schönsten Marthaler-Moment

Die Bühne als Zuschauerraum - und umgekehrt. So will es Christoph Marthaler an der Staatsoper.

Die Bühne als Zuschauerraum und der Zuschauerraum als Bühne. So will es Regisseur Christoph Marthaler an der Berliner Staatsoper.

Um gleich mit dem bewegendsten Moment des Abends anzufangen. Das war der Schluss. Da lässt Regisseur Christoph Marthaler zwei Gruppen von Schauspielern bzw. Musikern im Gänsemarsch durch das weite, leere Halbrund des Zuschauerraumes im Schillertheater gehen und dabei Felix Mendelssohn-Bartholdys „Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig“ singen. Schließlich verlassen sie den Saal, singen aber weiter, bis sich ihre Stimmen im Nichts verlieren. Das Publikum lauscht dem Gesang bis zum letzten noch vernehmbaren Ton nach. Keiner steht auf, keiner raschelt mit Papierchen, keiner hüstelt.

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Was kommt heraus, wenn man sechs Opernsänger mit zehn Plattenspielern kreuzt?

John Cage, der letzte Universalkünstler (Komponist, Maler, Kunsttheoretiker), könnte heuer im September seinen 100. Geburtstag feiern. Landauf, landab wird überlegt, wie man das Ereignis „cagig“ begehen könnte. Natürlich nicht, indem alle brav in einem Konzertsaal sitzen und irgendwelche Darbietungen verfolgen.

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