Ein Schriftsteller muss schon ein formidables Selbstbewusstsein besitzen, wenn er „alle meine Gedanken nach dem Tode der Welt gegeben wissen“ will. Das hat sich noch nicht einmal Goethe gewünscht, obwohl der doch wirklich auch zu jedem Thema etwas zu sagen hatte. Doch in mancher Hinsicht hat ihn Jean Paul übertroffen.
Fremde Mächte haben von der Siegessäule Besitz ergriffen
Ein Marathon, den man mit geschlossenen Augen absolvieren kann
Ganz ohne Schwitzen ging es nicht. Zwar bestand die wichtigste körperliche Leistung beim Berliner Dvořák-Marathon in erster Linie darin, fünf oder sechs Stunden die Ohren offen zu halten und nicht vom Sitz zu fallen,
Mozart, Mahler und Monteverdi statt Mittagessen. Das ist die Zukunft.
Bei 1600 Besuchern ist Schluss. Dann lassen sie in der Berliner Philharmonie niemanden mehr hinein zum Lunchkonzert. Da sind dann im Foyer auch wirklich alle Treppen, Balustraden und Sitzgruppen belegt.
Blutsbrüder. Ein Berliner Cliquenroman.
Bitte Vorsicht an der Bahnsteigkante! Die Neue Musik fährt ein.
Gibt es etwas Ungünstigeres als einen wuseligen Hauptstadtbahnhof, um anspruchsvolle Gegenwartsmusik zu hören? Genau diese Musik also, die mit starken Modulationen arbeitet. Die oft so leise ist, dass man sie selbst in einem bestens dafür geeigneten Konzertsaal wie der Berliner Philharmonie manchmal kaum wahrnehmen kann?
Was ich am Theaterpublikum hasse (7): Die Handyknipser
Mit den Rock- und Popkonzerten hat er angefangen. In den Museen hat er sich fortgesetzt. Und jetzt ist er in den Theatern angekommen: der Fotografierwahn.
Neulich in der Zaubergrotte: Was im Hauptstadtkulturleben so alles untergeht
In – sagen wir mal – Bielefeld, Passau oder Kiel wäre das alles anders gelaufen.
Berliner Kult(ur)kneipen (10): Cafébar L’Entrée im Radialsystem V
Wer Klassik spätnachts im Liegen hören will, wer während eines Chorkonzerts hin und her gehen will, wer das erste und einzige Gemüseorchester der Welt hören will – Wohin geht der? Richtig: Ins Radialsystem am Ostbahnhof. Das ist zwar nicht gerade ein Off-Kulturort, geschweige denn ein Off-Off-Kulturort. Dazu ist das Radialsystem dann doch schon zu etabliert. Aber es läuft eben doch manches anders, unkonventioneller als in der Philharmonie oder im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.






