Alleine schon die Parkbänke. Man muss sie gesehen haben. Sie sind weiß lackiert, stammen von dem Künstler Jeppe Hein und haben eines gemeinsam: Man kann es sich auf ihnen beim besten Willen nicht bequem machen. Bei der einen ist die Sitzfläche so schräg, dass jeder sofort abrutschen würde. Die nächste steht wie auf Stelzen und sie wäre nur mit Kletterausrüstung zu besteigen. Wieder eine andere ist auseinander gebrochen. Sieht aus wie eine Parkbank, ist aber keine – ein spannendes Spiel mit unserer Wahrnehmung (siehe Fotos in der Galerie unten).
Archiv der Kategorie: Bildende Kunst
Kunst im Park – fast so schön wie Ostereier suchen
Man fährt zum Park am Gleidreieck, weil man gehört und gelesen hat, dass dort rund zwei Dutzend Künstler aus der Schweiz und aus Deutschland ausstellen. Und was sieht man als erstes? Nichts. Als zweites? Auch nichts.
So schön kann Müll sein
Unser Umgang mit den Dingen des Alltags? Rätselhaft. Gerade haben wir einen Gegenstand noch regelmäßig benutzt oder vielleicht sogar für unverzichtbar gehalten. Jetzt kaufen wir uns für einen neuen und der alte ist dadurch zum Müll geworden. Zu einer Sache, die wir los werden wollen. Eine einzige Entscheidung und schon hat diese Verwandlung stattgefunden.
Wer legt eigentlich fest, was Abfall ist? Gibt es überhaupt Abfall oder ist nicht letzten Endes doch alles irgendwie ein „Wertstoff“? Das sind Fragen, über die man in der Ausstellung Asterisms / Astroturf Constellation von Gabriel Orozco nachdenken kann.
Eine Kirche ganz ohne Mauern, Steine, Orgel, Glocke, Türe, Altar, Sitzbänke
Auf dem Bethlehemkirchplatz in Berlin-Mitte stand mal eine Kirche. Gut 200 Jahre lang war das so. Bei einem Luftangriff wurde sie 1943 zerstört und 1963 sprengte man die kümmerlichen Überreste. Es schien für immer vorbei zu sein mit diesem Gebäude. Aber jetzt gibt es die Betlehemskirche wieder. In einer ganz neuen, ungewohnten Gestalt überrascht sie den nächtlichen Spaziergänger.
Die Charakterköpfe aus dem zweiten Stock
Man müsste sich über Nacht einsperren lassen im Berliner Bode-Museum. Nur ein einziges Mal. Warum? Weil es dann die einzigartige Gelegenheit gäbe, eine ganze Reihe von Charakterköpfen in der Dämmerung, im spärlichen Restlicht der Nacht und im Morgengrauen zu studieren. Sie wirken bestimmt jedes Mal anders auf den Betrachter.
Kleine Meditation am Waldsee
See, Himmel, Baum. Mehr braucht es nicht. (Aufgenommen im Garten des Haus am Waldsee, Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst)
Kunst am Wegesrand (2): Eine Brücke mit Geländerpiercing
95 Prozent der Passanten fällt das Kunstwerk erst gar nicht auf. Jede Wette darauf. Aber gerade das ist der Reiz an dem Bronzering, den Norbert Radermacher (*1953) vor bald 30 Jahren an der Potsdamer Brücke über den Landwehrkanal angebracht hat.
Wie man in´s Kunstmuseum gehen kann, ohne ein einziges Gemälde anzusehen
Vor einiger Zeit im Berliner Brücke-Museum: Ein Mann, wahrscheinlich in den 60ern, kariertes Hemd, Digitalkamera in der Hand, macht sich an die Arbeit. Er startet – ganz korrekt – beim ersten Gemälde der Ausstellung. Ohne das Werk genau anzusehen, fotografiert er es ab, dann folgt ein Schnappschuss des Hinweisschildes daneben, damit er später auch weiß, von wem das Bild stammt. So geht es 45 Minuten lang. Foto vom Gemälde, Foto vom Schild. Ein Schritt weiter. Foto vom Gemälde, Foto vom Schild. Ein Schritt weiter…
Kunst am Wegesrand (1): Die wilden Männer von der Loschmidtstraße
Wer Kunst sehen will, der muss nicht immer in Museen und Galerien besuchen und Eintritt bezahlen. Oft reicht es, einfach nur mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. In der Loschmidtstraße (Charlottenburg) kann man auf diese Weise die sieben Männer aus Bronze entdecken, die wild an der Fassade einer Schule herumturnen.
Letzter Aufruf Gerhard Richter! Bitte kommen Sie binnen zehn Tagen in die Neue Nationalgalerie!
In zehn Tagen ist es vorbei. Die Lesende (oben), die nackte Ema, die „4900 Farben“ und knapp 140 andere Gemälde verlassen Berlin.






