Zugegeben: Es gibt Kaffeehäuser in Berlin, die idyllischer gelegen sind. Solche, in denen man mehr Künstler trifft und solche, in denen Speisen und Getränke exquisiter sind. Aber eines steht fest: Schöner als das Café im Bode-Museum kann kein Kaffeehaus sein.
Franz Schubert, in stabiler Seitenlage genossen
Das öffentliche Hören von Musik, insbesondere klassischer Musik, ist mit vielen Konventionen verbunden. Das geht heute fast nur, indem man einen Konzertsaal aufsucht und dort ab 20 Uhr ein, zwei Stunden wie festgenagelt auf einem Stuhl sitzen bleibt. Für Kinder, Menschen mit Bandscheibenvorfall und für unruhige Geister ist das eine rechte Qual.
So schön kann Müll sein
Unser Umgang mit den Dingen des Alltags? Rätselhaft. Gerade haben wir einen Gegenstand noch regelmäßig benutzt oder vielleicht sogar für unverzichtbar gehalten. Jetzt kaufen wir uns für einen neuen und der alte ist dadurch zum Müll geworden. Zu einer Sache, die wir los werden wollen. Eine einzige Entscheidung und schon hat diese Verwandlung stattgefunden.
Wer legt eigentlich fest, was Abfall ist? Gibt es überhaupt Abfall oder ist nicht letzten Endes doch alles irgendwie ein „Wertstoff“? Das sind Fragen, über die man in der Ausstellung Asterisms / Astroturf Constellation von Gabriel Orozco nachdenken kann.
Dr. House in Berlin – gute Musik, aber keine Wunderheilungen
Die einzige Enttäuschung des Abends: Er ist nett, ja sogar reizend. Ich habe inzwischen wohl mindestens 50 Folgen von Dr. House gesehen, mich dabei an den biestigen Charme des Hauptdarstellers gewöhnt. Und was tut er nun, als ich ihn zum ersten Mal live erlebe? Er entschuldigt er sich in einem fort, dass er nicht so gut Klavier spielen könne. Er klatscht sogar dem Publikum Applaus, weil es ihm, dem angeblichen Stümper, zuzuhören bereit ist. Das muss ich erst einmal verkraften.
Was kommt heraus, wenn man sechs Opernsänger mit zehn Plattenspielern kreuzt?
John Cage, der letzte Universalkünstler (Komponist, Maler, Kunsttheoretiker), könnte heuer im September seinen 100. Geburtstag feiern. Landauf, landab wird überlegt, wie man das Ereignis „cagig“ begehen könnte. Natürlich nicht, indem alle brav in einem Konzertsaal sitzen und irgendwelche Darbietungen verfolgen.
Berliner Kult(ur)kneipen (4): Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof
Eine Bahnhofskneipe? In gewisser Weise, ja. Denn schließlich befindet sich dieses Restaurant von Sarah Wiener im ehemaligen Hamburger Bahnhof von Berlin. Hier kamen, wie der Name schon sagt, die Züge aus Richtung Hamburg an bzw. fuhren dorthin. Geblieben ist allerdings nur der Name. Ansonsten hat sich die Nutzung dieses palastartigen Gebäudes dramatisch verändert.
Eine Kirche ganz ohne Mauern, Steine, Orgel, Glocke, Türe, Altar, Sitzbänke
Auf dem Bethlehemkirchplatz in Berlin-Mitte stand mal eine Kirche. Gut 200 Jahre lang war das so. Bei einem Luftangriff wurde sie 1943 zerstört und 1963 sprengte man die kümmerlichen Überreste. Es schien für immer vorbei zu sein mit diesem Gebäude. Aber jetzt gibt es die Betlehemskirche wieder. In einer ganz neuen, ungewohnten Gestalt überrascht sie den nächtlichen Spaziergänger.
Die Charakterköpfe aus dem zweiten Stock
Man müsste sich über Nacht einsperren lassen im Berliner Bode-Museum. Nur ein einziges Mal. Warum? Weil es dann die einzigartige Gelegenheit gäbe, eine ganze Reihe von Charakterköpfen in der Dämmerung, im spärlichen Restlicht der Nacht und im Morgengrauen zu studieren. Sie wirken bestimmt jedes Mal anders auf den Betrachter.
Was ich am Theaterpublikum hasse (4): Analphabeten, Platzhopser, Zuspätkommer
Ein Theaterbesuch ist gar nicht so kompliziert zu bewerkstelligen, sollte man meinen. Denn: Man erhält vorher eine Karte, auf der Termin, Zeitpunkt und Sitzplatz für die Aufführung notiert sind. Es gibt also eigentlich nichts mehr, was der Besucher falsch machen kann. Eigentlich!
Kleine Meditation am Waldsee
See, Himmel, Baum. Mehr braucht es nicht. (Aufgenommen im Garten des Haus am Waldsee, Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst)




